Geschichte

Suderbruch, ein Heidedorf

Suderbruch ist ein Ortsteil der Gemeinde Gilten in der Samtgemeinde Schwarmstedt. Das Dorf liegt 25 m über Normalnull und hat innerhalb der gesamten Gemarkung lediglich einen Höhenunterschied von 3 m. Das Dorf hat heute (2019) 306 Einwohner.

Der älteste Fund in der Gemarkung Suderbruch ist ein Lydit-Flachbeil aus der sogenannten „Trichterbecherkultur“ der Jungsteinzeit, etwa 4200-2800 v. Chr.

Die erste urkundliche Erwähnung Suderbruchs, im Calenberger Urkundenbuch, findet sich 1240.
Die Gründung des Ortes geht auf die Wölper Grafen zurück, die die Erbauung des Zisterzienser Nonnen Klosters Voren-Hagen, (erste Erwähnung 1175) im Auftrage des Mindener Bischofs, durchführten.
Das Kloster Voren Hagen wurde jedoch bereits 1215, auf Geheiß des Mindener Bischhofs, zum Kloster Mariensee verlegt und verlassen. Heute ist lediglich der ehemalige Klostersee, die Mönchskuhle, zu erkennen.

Der Ortsame „Suderbruch“ bezeichnet eine Bruchlandschaft, die erste urkundliche Form des Namens war „Sutherbroke“, das altsächsische Wort „suth“ hat als Bedeutung „Süden“. So kann der Ortsname mit „Südliche Bruchlandschaft“ übersetzt werden. Es bezeichnet die Ortslage, ausgehend vom Kloster Voren Hagen.

Im Jahre 1628, mitten im Dreißigjährigen Krieg wurde Suderbruch zusätzlich von der Pest heimgesucht, viele Höfe waren danach verlassen und verwüstet, man spricht von nur 6 Überlebenden.

Besonders sehenswert ist die St.-Katharinen-Kirche aus dem Jahre 1851 mit der historischen, weitestgehend im Originalzustand befindlichen, Furtwängler Orgel von 1854. Bereits 1194 wird jedoch schon in einer Urkunde des Pfalzgrafen Heinrich, eine Kirche „bey Vorenhagen“ erwähnt, die heutige Kirche ist also bereits die 3. Kirche für Suderbruch. Eines der Mosaikfenster der heutigen Kirche, wurde nachweislich aus der Vorgängerkirche übernommen die bereits um 1600 erbaut wurde. Die Glocke wurde 1875 gegossen.

Sehenswürdigkeiten

Kartenlegende 

1) Hanebergs Ecke , (alte Bezeichnung, geht zurück auf Kurt Haneberg) Überdachte Ruhebänke (Klönbutze) und Infotafel

2)   Dorfgemeinschaftshaus (Schützenverein von 1923 und Feuerwehr von 1953)

3)  Ehemalige Reichsstraße und Bundesstraße 214, original Kopfsteinpflaster, 1832 erste Erwähnung

4)  „Husaren-Eiche“ Naturdenkmal, ca. 1630 aufgelaufen

5) Tummelplatz-Teich, entstanden in den 50ger Jahren, es wurde Kies und Sand abgebaut

6)  *St.-Katharinen-Kirche erbaut 1. August 1851

7)  Mönchskuhle, ehemaliger Klostersee des Zisterzienser-Klosters Voren Hagen ca. 1175

8)  Historischer Grenzstein aus Sandstein mit Markung von 1801

9)   Ehemalige Haidmühle erbaut 1802, niedergebrannt und nicht wieder aufgebaut 1902

10) Der Kringwald, ehemaliger Thingplatz (Gerichtsplatz)

11) Alte Schule erbaut 1880, Lehrer zu der Zeit war Organist und Küster  Lehrer Sonnemann

12)  „Dat Pastorenhus“ im jetzigen Zustand 1899 erbaut, nachdem es 1898 abbrannte.

13)  Eine der beiden Suderbrucher Motten (Kleine, runde Schutzwälle)

14)  Der Lehenhof Harmshof nach Großbrand im Jahre 1851 wieder aufgebaut.

15)  Letzte Poststelle bis 1985

16) Letzter Kröger (Lebensmittelladen) Mönnich bis 1973

17)  Letzte Gastwirtschaft, „Dreimädelhaus“ bis 1995

18)  Ältestes Haus in Suderbruch erbaut 1702 erweitert 1767, erster erwähnter Krug (Schenke)

19)   Dreikreisestein aufgestellt 1979, stammt aus der Nienburger „Krähe“

20)  Letztes, orginal Kopfsteinpflaster, gepflastert von Suderbrucher Einwohnern ca. 1920

21)  Angeblicher Standort einer Zollhütte am „Sollgraben“ (keine Belege)

22)  Ehemalige „Rötelkuhlen“ zum Einweichen des Flaches um den Flachs später zu brechen.

23) Eine der ehemaligen Erdöl Bohrstellen in Suderbruch 1949.

24)  Die „Schafskuhle“ entstand beim Sandabbau für die  Reichsstraße um sie höher zu legen.